Ruhrgebiet

Herzlich Willkommen auf meiner Seite.

In unregelmäßigen Abständen werde ich hier Fotos und kurze Texte zum Thema Ruhrgebiet veröffentlichen. Es ist keinesfalls negativ zu verstehen, wenn ich mit den Klischees spiele, die über uns hier vorherrschen. Ich lebe seit fünfzig Jahren im Pott und ich mag ihn und seine Menschen.

Meine Idee ist es, die letzten Zeugen des alten Ruhrgebiets fotografisch festzuhalten. Alle Fotos sind im Jahre 2011 oder später entstanden. Man kann hier also noch viel entdecken.

Zum vergrößern bitte die Fotos anklicken

 Zwei Fotos aus Gelsenkirchen. Links ein Teil von Ruhroel in GE-Scholven, rechts ein Gebäude an der Grothuisstrasse. Meine Sicht der Dinge und keinerlei Anspruch auf Vollkommenheit. Gelsenkirchen hat eine Menge mehr zu bieten, als diese beiden Fotos vermuten lassen. (Vielleicht eine kurze Anm.: Gelsenkirchen müsste eigentlich Buer heißen, denn es ist älter als Gelsenkirchen, dass von den Essener Fürstäbtissinnen gegründet wurde. Sie wollten oder mussten im Kampf um ihre Macht, gegen das Kölner Erzbistum, neue Gebiete erschließen und ließen einfach eine Kirche an dem kleinen Bach “Gelse” bauen. So entstand der Stadtname.) Leider hat Gelsenkirchen in den letzten Jahren so vehement am Abriss alter Industrie gearbeitet, dass es schwer fällt, gelungene Fotos zum Thema zu machen. Ich versuche weiter und….es ist auf der anderen Seite sicher auch als Kompliment zu verstehen. Denn, eine Stadt die ein Drittel ihrer Bevölkerung aufgrund des Strukturwandels verlor (von 317 000 auf 197 000 Einwohner), kann und sollte verdammt noch einmal Selbstbewusster sein!

 Ein Klassiker aus Essen Katernberg.

“Wählt Thälmann” mit Teerfarbe auf die Wand geschmiert.

Ernst Thälmann (1886-1944) Von 1924-1933 Mitgl. d. Reichstages der Weimarer Republik. 1925 und 1932 Kandidat für die Reichspräsidentenwahl. 1933 von der Gestapo verhaftet und 1944 auf pers. Befehl A. Hitlers erschossen (nach 11 Jahren Isolationshaft in Buchenwald).

 

 

Außenstehende werden wenig Verständnis dafür haben, wenn ich eine Liebeserklärung an den Pott richte. Das hat sicher damit zu tun, das daß Ruhrgebiet meine Heimat ist und die Kindheitserinnerungen immer eine große Rolle dabei spielen, was man als/für sein Zuhause empfindet.

Die ersten Jahre in Bottrop-Boy waren noch durch ein Mischverhältnis zwischen Natur und Industrie geprägt. An den Stadträndern beackern bis heute Bauern ihre Felder. In den Sechziger Jahren war dies noch wesentlich deutlicher zu sehen. Wir spielten auf den Feldern, sahen, spürten die Luftbelastung durch die Zechen, Stahlindustrie und der Chemischen Werke. An der nahen B224 brummten die LKW`s übers Pflaster und wir halfen keine hundert Meter entfernt bei der Ernte. Unsere Berge waren die Kohlehalden (nördlich der A40 gibt es keine anderen natürlichen Erhebungen mehr), die aus den getrennten Resten der Steinkohle bestehen.         Auch daraus, aus dem Duft der Natur und dem Gestank der Industrie, kann ein einzigartiges Merkmal wie Heimat werden.

 

 

     

Ein eher unliebsames Thema: Umweltverschmutzung durch die Industrie. Versiegelung der Flächen und ihre Folgen. Das Foto stammt vom 18.02.2012, dennoch sei an dieser Stelle ein Lob an all die Menschen in den Ämtern, der ansässigen Wirtschaft, der Emscher Genossenschaft, an die privaten Pflegschaften gerichtet.  Es ist viel erreicht worden!